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Workshop Nachlese „NPOs/NGOs und Jugendliche – ein Erfahrungsaustausch aus Sicht der Beteiligten“

17.06.2009

Am 17. 06. 2009 fand in der Roma Lounge ein weiterer Workshop der Plattform www.aktivwerden.at zum Thema „NGOs/NPOs und Jugendliche“ statt. Themenschwerpunkt war diesmal „Ein Erfahrungsaustausch aus Sicht der Beteiligten“. Eingeladen waren alle auf der Plattform registrierten NGOs/NPOs und am Thema Interessierte. Sechs StellvertreterInnen von NGOs – darunter auch ehrenamtlich aktive Jugendliche – stellten ihre Jugendbeteiligungskonzepte zur Diskussion:

• Alpenvereinsjugend – P.U.L.S. Medienpraktikum (Wally Rettenbacher) Pressearbeit auf einer Umweltbaustelle, für ein Bergwaldprojekt etc. des ÖAV übernehmen
• Verein EFJUCA – Die Junge Box Aspern (Franz Schrammel)
Mit Unterstützung der LA 21 wurde ein Elternverein gegründet, der Jugendlichen einen Raum zur Freizeitnutzung zur Verfügung stellt– aktuell wird daran gearbeitet diesen Raum in die Selbstverwaltung durch Jugendliche zu übergeben
• ARGE Weltläden – Fair Trade Point (Marlene Dobry – krankheitsbedingter Ausfall)
Der Fair Trade Point ist ein mobiler Verkaufs- und Informationsstand für fair gehandelte Produkte, der SchülerInnen zur Selbstverwaltung übergeben wird
• Aids Hilfe Wien – Young Aids Vienna Peer Education (Michelle Proyer)
Peers (Personen, die einer anderen Person in Bezug auf Alter, Stellung oder Status gleichgestellt ist; die derselben sozialen Gruppe angehören) werden dazu ausgebildet Aufklärungsarbeit von zu leisten und dabei begleitet
• Freiwilliges Soziales Jahr (Elisabeth Wienerroither)
Junge Menschen ab 18 Jahren lernen in ca. 11 Monate die Arbeit im Sozialbereich kennen zu lernen. Sie arbeiten mit behinderten Menschen, mit alten Menschen, mit Kindern, Jugendlichen, Obdachlosen oder Flüchtlingen
• youngCaritas Wien – div. Sozialaktionen zum Mitmachen (Martin Saboi)
Beteiligung an kurzfristigen Aktionen wie z.B.: Laufwunder 09, 72h ohne Kompromiss





Weiters mit dabei:
• WienXtra Medienzentrum – Kooperationspartner der Plattform beim Filmmodul „Film aktiv!“ (Hannes Heller)
• Demokratie Zentrum – www.polypedia.at (Petra Mayrhofer, Christof Brandtner)
• NPO Institut Wirtschaftsuniversität Wien – 1.Freiwilligenbericht (Selma Sprajcer)

Alle vorgestellten Konzepte wurden in ihren Grundzügen von den Vortragenden auf Postern beschrieben:

Im Plenum besprochen wurden Fragen der konkreten Umsetzung und Übertragbarkeit der Konzepte auf andere Organisationen. Thema war ebenfalls die Frage der Zielgruppenbeschaffenheit: Wer sind die Jugendlichen, die sich in den vorgestellten Konzepten engagieren? Ergänzt wurde an dieser Stelle von Selma Sprajcer (NPO Institut der Wirtschaftsuniversität Wien) um Ergebnisse des kürzlich veröffentlichten 1. Freiwilligenberichts – Freiwilliges Engagement in Österreich (http://www.bmsk.gv.at/cms/site/liste.html?channel=CH0139).


Zentrale Erkenntnisse und Folgefragen aus dem Workshop

• Jugendliche haben eher die Tendenz sich an niederschwelligen, kurzfristigen Angeboten zu beteiligen
• hochschwellige Angebote sind insbesondere dann interessant
o wenn sich die Jugendlichen in der Berufsfindungsphase befinden
o bzw. für Jugendliche mit/in akademischer Ausbildung wenn sie Professionalisierungscharakter haben (Zertifikate, Praktikumsanerkennung)

Grundsätzlich besteht Bedarf nach mehr Vernetzung unter den NGOs/NPOs u.a. zum Austausch über Fragen wie:
• Was sind Best-Practices im Bereich der Beteiligungskonzepte und wie lassen sie sich auf andere Organisationen übertragen?
• Wie viel können NGOs/NPOs von Freiwilligen verlangen (Stichwort Professionalisierung der ehrenamtlichen Tätigkeit)?
o Bezahlung vs. Ehrenamt
o langfristig vs. kurzfristig
o Ist die Finanzierung der Qualifikation, um überhaupt mitarbeiten zu können, auch an Interessierte auslagerbar oder hat sie der Staat und die NGO/NPO zu tragen (Beispiel Zivildienst als grundlegende Ausbildung für weiterführendes Engagement)
• Welche Themen oder Formen ehrenamtlicher Tätigkeit sprechen MirgantInnen und bildungsferne Schichten an? Was ist der Status quo ihres zivilgesellschaftlichen Engagements?
• Wenn die Bereitschaft zu zivilgesellschaftlichem Engagement großteils im familiären Umfeld ihren Ursprung hat, wie können Kindergarten und Schule dennoch zum Handeln motivieren?